🚢 Ankunft in Puerto Limón
Weiter ging unsere Mittelamerika-Reise nach Puerto Limón, Costa Rica. Und ganz ehrlich: Die Stadt selbst war eher enttäuschend – irgendwie alles ein bisschen… sagen wir mal „rustikal“. Kein Ort, an dem man lange verweilen möchte. Gebucht hatten wir die „Karibik Expedition“ – einen Tag, der eigentlich Tortuguero-Kanal, Bananenkultur, den Cahuita-Nationalpark, einen Strandmoment, den tropischen Garten von Maratopia und eine Fruchtverkostung verbinden sollte. Wie so oft auf unseren Reisen kam natürlich alles ein bisschen anders als geplant. Und trotzdem: Nicht die Stadt macht den Tag, sondern das, was drumherum passiert. Und davon hatten wir reichlich.
🌴 Erster Stopp: Blick durch die Palmwedel
Unser erster Stopp des Tages, und gleich einer der schönsten: der Blick zwischen Palmwedeln hindurch auf einen wilden, unberührten Küstenabschnitt mit auflaufenden Wellen. Genau das Bild, das man von Costa Rica im Kopf hat.

🚌 Spanisch-Erfolg, Beinfreiheit gleich Null & Bananenblüten
Der Plan war eigentlich, nach dem ersten Stopp noch den Cahuita-Nationalpark zu besuchen. Kurz zuvor hatte es aber lange und stark geregnet, wodurch im Park einiges kaputt gegangen war – er blieb also geschlossen. Statt Nationalpark sind wir dafür außerhalb etwas spazieren gegangen.

Bei diesem Spaziergang gab’s dann auch gleich meinen persönlichen Erfolg des Tages: Ich habe für meinem Mann ein Eis auf Spanisch bestellt – und wurde tatsächlich verstanden! Mission erfüllt. Klingt nach Kleinigkeit, aber für mich war das ein richtig stolzer Moment: das erste Mal, dass ich mich getraut habe, das komplett auf Spanisch durchzuziehen.
Nach der kleinen Erfrischung ging es zurück in den Bus – und da wartete die nächste kleine Herausforderung. Sagen wir es so: Der Bus war definitiv nicht für große Menschen gebaut. Die Sitzabstände erinnerten eher an einen Kindergartenbus. Beinfreiheit? Fehlanzeige! Mein Mann musste sich schließlich quer hinsetzen und die Beine in den Gang strecken, damit er überhaupt hineinpasste.
Auf dem Weg weiter zur Bootstour machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp an einer lokalen Bananenplantage. Dort wurde uns direkt vor Ort erklärt und gezeigt, wie eine Bananenblüte aussieht und wie daraus langsam die Früchte wachsen. Super spannend zu sehen, wo das Lieblingsobst aus dem Supermarkt eigentlich herkommt!

🛶 Tortuguero-Kanal: Basilisk & das erste Faultier
Als Ersatz für den geschlossenen Nationalpark wurde unsere anschließende Bootstour durch den Tortuguero-Kanal einfach etwas verlängert – und das war ein absoluter Glücksfall.
Das Wasser hier war deutlich trüber und lehmiger als anderswo auf unserer Reise, fast schokoladenfarben. Am Ufer entdeckten wir eine alte, überwucherte Ruine, die sich die Natur längst zurückerobert hat: Luftwurzeln hängen bis fast ins Wasser, Fenster ohne Scheiben, dazwischen Graffiti. Ein bisschen gruselig, ein bisschen faszinierend.

Das eigentliche Highlight der verlängerten Bootstour kam aber noch: ein Stirnlappenbasilisk! Für meinen Mann war das ganz klar der absolute Höhepunkt des Tages – dieser Leguan-Verwandte mit seinem markanten Kamm auf dem Kopf, der bekannt dafür ist, sogar kurze Strecken über Wasser laufen zu können. Kein Wunder, dass er auch „Jesus-Christus-Echse“ genannt wird.

Und dann natürlich der Moment, auf den wir beide insgeheim gehofft hatten: unser allererstes Faultier in freier Wildbahn! Und ja, es war genauso cool wie erhofft. Da hängt es einfach gemütlich im Geäst, bewegt sich in Zeitlupe und lässt sich von der ganzen Aufregung um sich herum überhaupt nicht stören.

🎨 Maratopia: Bunte Wand, Garten & unsere eigene Unterschrift
Weiter ging’s zu Maratopia, dem tropischen Garten mit den großen blauen Morpho-Schmetterlingen. Dort steht auch die bunte Wand mit der Aufschrift „Maratopia – I Was Here“ – vollgekritzelt mit unzähligen Unterschriften und kleinen Botschaften von Reisenden aus aller Welt. Und natürlich konnten wir uns nicht zurückhalten: Wir haben dort auch unterschrieben! Jetzt hängt ein kleines Stück von uns für immer an dieser Wand.

☕ Ausklang in der Stadt: Eiskaffee & Kakaobohnen
Nach dem geführten Ausflug zog es uns noch einmal kurz auf eigene Faust los. Ein Tourguide von Mein Schiff hatte uns ein kleines Café in der Stadt empfohlen – eine super Adresse! Allerdings hieß es hier erst einmal wieder: zurück zur Komfortzone. Nachdem ich beim Eisstand stolz mein Spanisch erprobt hatte, bestellten wir uns den Eiskaffee ganz entspannt auf Englisch.
Gleich eine Tür weiter gab es noch eine kleine Schokoladenfabrik. Da konnten wir natürlich nicht vorbeigehen, ohne uns ein paar echte lokale Kakaobohnen als Mitbringsel einzupacken – der perfekte, duftende Abschluss für diesen Tag.
⭐ Fazit
Puerto Limón hat uns gezeigt: Manchmal läuft der Tag anders als geplant – kein Nationalpark, kein Strandmoment, das Wetter alles andere als einladend. Aber die Stadt und der ursprüngliche Plan waren an diesem Tag ohnehin nicht das Highlight. Stattdessen gab’s eine verlängerte Bootstour mit Basilisk und unserem allerersten Faultier, spannende Einblicke in die Bananenzucht, unsere eigene Unterschrift an der Maratopia-Wand, feinen Eiskaffee und meinen kleinen Spanisch-Erfolg.
Mein Tipp aus Erfahrung: Lasst euch von Regen, Schließungen oder einer eher unspektakulären Stadt nicht die Laune verderben – wenn ein Programmpunkt ausfällt, wird oft ein anderer einfach länger und noch schöner. Bucht für Puerto Limón am besten eine deutschsprachige Tour über Maratopia Tours – die Guides geben sich extrem viel Mühe und holen wirklich das Beste aus dem Tag heraus! Und trau dich ruhig, unterwegs auch mal auf Spanisch zu bestellen – das Erfolgsgefühl danach ist es wert 😉