St. Lucia stand bei unserer Karibik-Kreuzfahrt ganz weit oben auf der Wunschliste. Für diesen Tag hatten wir uns gegen einen klassischen Ausflug über die Reederei entschieden und stattdessen vorab eine deutschsprachige Tour über den externen Anbieter „Karibik Scout“ gebucht. Eine Entscheidung, die sich absolut gelohnt hat! Wir haben unglaublich viel gesehen, die berühmten Wahrzeichen der Insel bestaunt und am Nachmittag noch das lokale Leben erkundet – inklusive einem Supermarkt-Ausflug, der uns fast mehr in Erinnerung geblieben ist als die Pitons selbst.
Auf historischen Spuren und durch den botanischen Garten
Unsere Tour startete direkt am Morgen und führte uns zunächst ein Stück hinauf in die geschichtsträchtigen Hügel der Insel. Wir genossen den Blick auf die typisch bunten Häuser, die sich an die saftig grünen Hänge schmiegen, während unter uns das tiefblaue Meer glänzte.
Ein erster Stopp brachte uns zum imposanten, weißen Government House, dem offiziellen Sitz des Generalgouverneurs. Direkt in der Nähe lag auch das wunderschöne, koloniale Gebäude des Morne Fortune Museums mit seinen markanten türkisfarbenen Fensterläden und dem weißen Zaun – ein toller Fotostopp! Von dort oben hatten wir auch einen fantastischen Blick hinab auf den Hafen von Castries, wo unsere Mein Schiff friedlich neben den anderen Ozeanriesen lag.


Das absolute Highlight des Vormittags war jedoch der Botanische Garten. Die Natur auf dieser Insel ist ein wahrer Dschungel-Traum. Ein schmaler Pfad führte uns vorbei an einer liebevoll gestalteten Holzbank, die aus einem alten Wagenrad gebaut wurde, mitten hinein in die üppige Vegetation. Neben exotischen Früchten und Gemüsesorten, die auf einem bunten Tisch ausgestellt waren – natürlich mit dem obligatorischen Schild „Bitte nicht essen!“ – gab es auch eine beeindruckende Tierwelt zu entdecken. Uns flatterten nicht nur tiefschwarze, karibische Vögel vor die Linse, sondern wir entdeckten auf den Blättern sogar eine leuchtend pinke Libelle!


Das absolute Herzstück war jedoch der versteckte Wasserfall, der sich mitten im dichten Grün die rotbraun gefärbten Felsen hinabstürzt, während die Sonnenstrahlen magisch durch die Baumkronen brechen. Kitschig? Ja. Trotzdem haben wir wie zwei Touristen im ersten Karibik-Urlaub überhaupt dagestanden und geschaut.
Der magische Blick auf die Pitons
Das absolute Postkartenmotiv von St. Lucia durfte natürlich nicht fehlen: Die beiden ikonischen, kegelförmigen Vulkanberge Gros Piton und Petit Piton.
Unser Fahrer hat uns zu einer genialen Aussichtsplattform gebracht, von der aus man einen absolut atemberaubenden Panorama-Blick hatte. Die grünen Riesen, die steil aus dem tiefblauen Meer ragen, und die bunten Orte im Tal dazwischen – diesen Anblick vergisst man so schnell nicht wieder!

Lokale Einblicke: Der totale Preisschock im Supermarkt!
Nachdem uns die Tour wieder am Hafen abgesetzt hatte, war unser Entdeckergeist noch lange nicht gestillt. Mein Mann und ich sind noch auf eigene Faust in ein nahegelegenes Einkaufszentrum in der Nähe des Terminals geschlendert, um mal zu schauen, was die Lebensmittel vor Ort eigentlich so kosten. Rückblickend war das fast die spannendste Stunde des ganzen Tages.
Bezahlt wird hier mit dem Ostkaribischen Dollar (XCD), auf dem noch das Porträt von Queen Elizabeth II. und ein kleiner Kolibri abgebildet sind – quasi Königshaus trifft Karibik-Vogelkunde. Und im Supermarkt angekommen, klappte uns erst mal sprichwörtlich die Kinnlade herunter! Dass Inseln teurer sind, ist klar – aber diese Preise und Entdeckungen waren eine völlig neue Hausnummer:
Die große Zucker-Krise: Als wir durch die Gänge liefen, standen wir plötzlich vor gähnend leeren Regalen. Wo eigentlich Backzutaten stehen sollten, hingen nur große, gedruckte Schilder mit der Aufschrift „NO SUGAR“. Da merkt man erst mal hautnah, was es bedeutet, auf einer Insel zu leben: Wenn das Versorgungsschiff nicht kommt, gibt es eben tagelang einfach keinen Zucker zu kaufen – Weltuntergangsstimmung im Backregal.
Spülmittel als Luxusgut: Für eine ganz normale Flasche Spülmittel (wie Ajax oder Sqezy) blättert man hier umgerechnet zwischen 7,14 $ und 11,50 $ hin. Für Abwaschmittel! Wir haben uns kurz gefragt, ob wir vielleicht doch besser einfach mit den Fingern abwaschen sollten.
Ein edles Schlückchen Frühstückssaft: Wer morgens gerne ein Glas Orangen- oder Passionsfruchtsaft trinkt, muss tief in die Tasche greifen – eine Flasche Tropicana oder Florida’s Natural schlug mit über 30 $ zu Buche. Aus Milch könnte man damit fast eine kleine Kuh kaufen.
Sündhaft teure Nervennahrung: Selbst bei den Süßigkeiten hört der Spaß auf. Neben herrlich verzierten Torten in der Kühlung für fast 74 $ bis 93 $ kostete eine normale Schachtel Ferrero Collection stolze 39,99 $ (die weihnachtliche Edition immerhin noch 30,95 $). Wir haben die Packung ehrfürchtig angeschaut und sind dann wieder weitergegangen.
Auch wenn der Wechselkurs den Preis in Euro natürlich wieder etwas relativiert, merkt man sofort, was für ein teures Pflaster der Alltag für die Menschen auf den Inseln sein kann. Nach diesem kleinen Preisschock ging es für uns noch an den wunderschönen, feinen Sandstrand in der Nähe, um die sanften Wellen und das warme Karibikwasser zu genießen, bevor wir wieder an Bord eingecheckt haben.


Mein Fazit für St. Lucia
Die Kombination aus einer geführten Kleingruppentour am Vormittag und dem anschließenden, entspannten Spaziergang auf eigene Faust inklusive Supermarkt-Abenteuer war für uns der perfekte Mix. Wer St. Lucia besucht, sollte sich den botanischen Garten und den Blick auf die Pitons auf keinen Fall entgehen lassen.