🌴Dominica auf eigene Faust: Kein Wasserfall, aber ein Lachkrampf für die Ewigkeit 🇩🇲🥾

Wer an die Karibikinsel Dominica denkt, hat sofort epische Wasserfälle, dichten Dschungel und unberührte Natur im Kopf. Genau das wollten wir an unserem Vormittag erleben – und zwar ganz flexibel auf eigene Faust. Los ging es direkt am Hafen beim bunten Dominica-Schriftzug, wo unsere Mein Schiff im Hintergrund lag.

Spoiler vorab: Einen Wasserfall haben wir nicht gefunden. Aber dafür was viel Besseres – die Geschichte, wie zwei Erwachsene versucht haben, für ein Selfie fit auszusehen, während der Körper komplett anderer Meinung war.

Der Plan: Ein entspannter Spaziergang zum Wasserfall… dachten wir!

Voller Tatendrang sind wir morgens vom Schiff losgezogen. Das Ziel war eigentlich ein schöner Wasserfall in der Nähe. Doch wie das auf eigene Faust manchmal so ist: Der Weg war wie vom Erdboden verschluckt. Stattdessen standen wir plötzlich im botanischen Garten vor einem ziemlich bewachsenen, steilen Bergpfad – dem historischen „Jack’s Walk“.

Da wir ja nicht feige sind, haben wir uns gedacht: „Komm, wir gehen einfach mal hoch!“ Ein fataler Irrtum, was unsere Kondition anging… 😂

Das „fitte“ Selfie-Desaster auf halber Strecke

Schon nach der Hälfte des Weges waren wir absolut KO und komplett fertig. Das feucht-warme Klima im dichten Grün hat uns den Rest gegeben. Aber man möchte für die Lieben zu Hause und Social Media natürlich trotzdem einen sportlichen, topfitten Eindruck machen.

Das Ergebnis? Ein absoluter Lachkrampf!

Wir haben gefühlt zwanzig Anläufe gebraucht, um ein Foto zu machen, auf dem wir nicht aussehen, als bräuchten wir sofort ein Sauerstoffzelt. Jedes Mal mussten wir die Bilder sofort wieder löschen, weil wir einfach zu kaputt aussahen. Wir mussten uns so arg anstrengen zu lächeln – es war einfach nur herrlich skurril!

Mitten in diesem Elend kam uns ein einheimischer Ranger entgegen, grinste und meinte motivierend: „Ihr habt es bald geschafft!“

Klar. „Bald“ ist in der Karibik offenbar ein sehr dehnbarer Begriff – gefühlt sind wir danach noch eine kleine Ewigkeit weitergekrochen. Zu allem Überfluss waren auch noch unsere beiden kleinen Trinkflaschen komplett leer. Der Durst war gigantisch!

Die Belohnung: 2,6 Tonnen Eisen, 12 Apostel und Gänsehaut pur

Als wir endlich oben am historischen Aussichtspunkt der alten Festung Morne Bruce ankamen, war jeder Schmerz vergessen. Die Kulisse und der Panoramablick über ganz Roseau hinunter zum Schiff waren einfach fantastisch.

Oben angekommen, wurden wir erstmal von der Geschichte eingeholt: eine gusseiserne Kanone aus England, die mit über 2,6 Tonnen mehr wiegt als unser Kleinwagen zu Hause, und daneben ein imposantes weißes Kreuzmonument von 1928 – die 12 Säulen stehen für die 12 Apostel.

Die Rettung kam in Form eines Getränkestands! Wir haben ohne zu zögern direkt zwei Flaschen gekauft und exgetrunken. Noch nie hat ein kühles Getränk so gut geschmeckt!

Und dann, kaum hatten wir unseren inneren Bergsteiger gefeiert, sahen wir sie: eine Straße. Eine ganz normale, asphaltierte Straße, auf der ganz entspannte Menschen im klimatisierten Auto hochgefahren sind. Wir haben tapfer gelächelt und so getan, als hätten wir das gewollt. Aber ganz ehrlich? Zu Fuß waren wir einfach unendlich stolz auf uns, es durchgezogen zu haben.

Ein Mahnmal mit Urgewalt: Der Hurricane-Bus

Wieder unten im Ort angekommen, stießen wir auf ein absolut faszinierendes und bedrückendes Stück Zeitgeschichte: Einen alten, gelben Schulbus, der von einem riesigen Baobab-Baum komplett plattgedrückt wurde.

Hierbei handelt es sich um ein bewusst erhaltenes Mahnmal an Hurricane David, der die Insel am 29. August 1979 mit der unvorstellbaren Wucht der Kategorie 5 traf. Die Inselbewohner haben den Bus extra nie weggeräumt, damit man die brachiale Naturgewalt eines solchen Sturms nie vergisst. Ein echter Gänsehaut-Moment!

Auf dem Rückweg zum Schiff, mitten in Roseau, wartete noch ein zweites Stück Geschichte auf uns: das Neg Mawon Emancipation Monument – eine mächtige Statue eines Mannes, der in ein Muschelhorn bläst und an die Befreiung von der Sklaverei erinnert. Dominica steckt einfach voller Kultur und Geschichte, die man am besten entdeckt, wenn man sich treiben lässt.

Mein Fazit für euren Dominica-Ausflug

Dominica zu Fuß zu erkunden ist wunderschön, intensiv und absolut machbar. Mein wichtigster Tipp für euch: Nehmt doppelt so viel Wasser mit, wie ihr denkt! Und lasst euch von den Rangern nicht bestechen – „gleich da“ bedeutet in der Karibik manchmal noch ein gutes Stück Arbeit. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert