🌴 Abenteuer St. Vincent: Piraten, Palmen und mein sehr sinnvoller Ruhetag

Mittwoch, der 17. Januar 2024, Kingstown auf St. Vincent. Eigentlich wollten wir die Insel gemeinsam unsicher machen, aber die karibische Hitze hatte offenbar andere Pläne als wir. Mein Kreislauf fand das Ganze jedenfalls gar nicht lustig und verabschiedete sich kurzerhand in den Streik. Also blieb ich an Bord, während mein Mann mit unserem lokalen Guide loszog und das Abenteuer allein zu Ende brachte.

Ganz ehrlich: Nicht der glamouröseste Start in einen Landgang, aber im Nachhinein fast schon perfekt. Denn manchmal ist das Beste an einer Reise ja nicht unbedingt die Tour selbst, sondern das, was danach für Geschichten dabei herauskommt.

👥 Berlin trifft Karibik

Auf dem Ausflug lernte mein Mann dann Silvio und Annette aus Berlin kennen — zwei Menschen, die einfach sofort sympathisch waren. Ein bisschen älter als wir, aber so cool und entspannt, dass man direkt das Gefühl hatte: Mit denen könnte man auch im Supermarkt in der Schlange stehen und danach trotzdem noch was zusammen trinken gehen.

Aus dieser zufälligen Begegnung wurde tatsächlich eine Freundschaft, die bis heute hält. Dank WhatsApp lebt man ja glücklicherweise nicht mehr in der Steinzeit, sondern kann sich auch über Kontinente hinweg auf dem Laufenden halten.

Das Lustige an der Sache: Das Schiff war so riesig, dass man sich danach an Bord praktisch nie zufällig begegnet ist. Wenn wir uns also sehen wollten, mussten wir schon fast offiziell zur Kabine marschieren, anklopfen und sagen: „So, jetzt wird gemeinsam losgezogen.“ Sehr romantisch, sehr organisiert, sehr Kreuzfahrt.

🏴‍☠️ Wallilabou Anchorage: Hollywood mit leichtem Rost

Die drei machten sich auf zu den Spuren von Fluch der Karibik, denn St. Vincent war Drehort für den Film und die Bucht von Wallilabou Anchorage diente als Kulisse für Port Royal. Klingt erstmal nach großem Kino, Piratenfeeling und epischem Inselglanz. In echt war es wohl eher so: Ja, nett, aber bitte keine zu hohen Erwartungen. Das Ganze wirkt eher wie ein Filmset nach einer längeren Pause als wie ein frisch poliertes Abenteuerland.

Natürlich gab es trotzdem brauchbare Fotomotive. Zwischen alten Kulissen und Skeletten in Särgen nutzte mein Mann die Gelegenheit für ein sehr wichtiges Bild neben Captain Jack Sparrow. Wenn man schon einmal auf Piratenspur ist, dann bitte mit Stil.

🪵 Dark View Falls: Abenteuer mit deutscher TÜV-Panik

Danach ging es weiter zu den Dark View Falls — und hier war ich wirklich sehr froh, dass mein Kreislauf mich an Bord festgenagelt hatte.

Der Weg dorthin klang nämlich ungefähr so: keine Geländer, kaum Absicherungen, wackelige Bambusbrücken über Gebirgsbäche und Pfade, die eher nach „bitte nicht hinsehen, sonst wird’s schlimmer“ aussahen. Mein Mann meinte später nur trocken, dass dieser Weg in Deutschland vermutlich nicht einmal als schlechte Idee durchgehen würde.

In den nächsten karibischen Stopps sollte sich zeigen: Das war kein Einzelfall – und mein Mann als Handwerker würde noch mehr als einmal mit den Augen rollen. Und rollen. Und nochmal rollen.

Trotzdem hat er sich bis ganz nach oben gekämpft — extra für mich, damit er ein Video von dem Wasserfall machen konnte. Allein das ist schon ein ziemlich großer Liebesbeweis. Ich mein: Wer für seine Frau freiwillig einen Dschungelpfad hochkraxelt, um ein Wasserfall-Video zu drehen, ist schon ziemlich weit vorne im Rennen.

Oben wurden sie dann mit einem beeindruckenden Blick auf den tosenden Wasserfall belohnt . Und vermutlich auch mit dem guten Gefühl, überlebt zu haben.

🤫 Mein persönliches Paradies: ein fast leeres Kreuzfahrtschiff

Während die drei sich durch Dschungel, Brücken und Wasserfälle kämpften, hatte ich mein ganz eigenes Highlight: ein fast leeres Kreuzfahrtschiff. Und ehrlich — das ist ja fast schon Luxus in Reinform.

Keine Schlangen, keine Hektik, keine Menschenmassen, die gleichzeitig irgendwohin wollen. Stattdessen Ruhe, Platz und die seltene Gelegenheit, auf einem Schiff einfach mal komplett nichts zu tun.

An der Bar bekam man gefühlt schneller ein Getränk als man überhaupt bestellen konnte. Man konnte sich hinsetzen, hinlegen, rumtrödeln und einfach auf die Küste schauen, als hätte man das Leben komplett im Griff. Und genau das habe ich auch ausgiebig genossen.

Manchmal ist nicht das spektakulärste Erlebnis das beste, sondern einfach der Moment, in dem man still dasitzt und denkt: Joa. Passt.

Und so hatte dieser Tag für uns beide etwas Perfektes: Mein Mann bekam sein Dschungelabenteuer mit Piratenkulisse und Wasserfall, ich bekam meine kleine Ruheoase auf dem halbleeren Schiff. Unterm Strich also ein ziemlich guter Tausch.

​⚓ Mein Fazit für euch:​

Auch wenn ich den Tag leider auf der Kabine verbringen musste, haben die Fotos und Berichte meines Mannes gezeigt: St. Vincent ist wild, rau und ungezähmt! Wenn ihr die Filmkulissen sehen wollt, solltet ihr eure Erwartungen ein bisschen herunterschrauben. Solltet ihr euch an die Wasserfälle wagen, packt euch unbedingt rutschfeste Schuhe ein und stellt euch auf wackelige Abenteuer ein!

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